Fruchtbarer Boden
Die erste Aufmerksamkeit gilt dem Boden, der Erde, worauf alles wächst. Die Fruchtbarkeit hängt sehr stark von der Gewichtsbelastung, der Verdichtung ab.
Ein verdichteter Boden atmet weniger, kann kaum Wasser aufnehmen, geschweige denn speichern. So sind dann auch weniger Bodenlebewesen vorhanden, die Nährstoffe für die Pflanzen umsetzen und bereitstellen.
Ein gesunder Boden kann mit anhaltender Nässe, langen Trockenperioden und anderen unberechenbaren Umwelteinflüssen besser umgehen. Das heisst für die Pflanzen stabile und gesunde Wachstumsbedingungen und für den Landwirt stabilere und sichere Erträge.
Um dem Bodenleben gute Bedingungen zu schaffen oder zu erhalten, ist es notwendig mit möglichst wenig Gewichtsbelastung zu arbeiten:
- Die Bodenbearbeitung mache ich mit leichtem Einachser (200kg).
- Die Arbeit mit dem Pferd ist dem Einachser vorzuziehen. Mit 600kg deutlich schwerer, jedoch lärmt und stinkt kein Motor, dessen Vibrationen beim Verdichten helfen. Auch beim Tritt mit Kraft drückt das Pferd die Erde nach hinten nicht nach unten.
- Sähen tu ich mit einer Handsähmaschine zu Fuss oder per direkter Handsaat.
- Die Pflege der Kulturen (Hacken, Jäten), geschieht mit Radhacken zu Fuss oder direkt von Hand.
- Bei der Ernte wird das Getreide mit leichtem Bindemäher (Liöse) oder von Hand zu Garben gebunden, die anderen Feldfrüchte werden mit einem kleinen Motormäher oder mit der Sense geschnitten und von Hand vom Acker getragen.
- Dreschen tu ich mit einer modernen stationären Dreschmaschine, kein schwerer Mähdrescher auf dem Land.
Fruchtfolge und Brachland
Sehr wichtig für einen gesunden Boden ist auch eine langjährige Fruchtfolge. So wird der Boden nicht einseitig genutzt, da jede Feldfrucht andere Ansprüche hat und verschieden auf die Erde zurückwirkt. Der Einfluss Boden - Pflanze ist immer gegenseitig.
Den Bodenlebewesen genügend Ruhezeit gönnen nach der Ernte bis zur nächsten Frucht und dazu regelmässig ein Brachjahr, wirkt heilsam auf die Fruchtbarkeit.
Unsere Fruchtfolge beträgt 18 Jahre mit entsprechend verschiedenen Feldfrüchten:
Emmer - Gemüse - Dinkel - Öllein - Hafer - Buchweizen - Einkorn - Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Lupinen) - Ölhanf - Gerste - Hirse - Weizen - Kartoffeln - Roggen - Raps - Hartweizen - Hülsenfrüchte - Ölsonnenblumen.
Beeren und Obst
Die Beerensträucher und Obstbäume sind in Mischkulturen angelegt. Die einzelnen Beerensorten stehen in kleinen Gruppen in Abwechslung mit Obstbäumen. Die verschiedenen Flachwurzler und Pfahlwurzler stehen in Abwechslung zueinander und können sich so besser mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Diese Vielfalt und Durchmischung hilft auch, dass sich Krankheiten nicht ungehindert auf die ganze Beeren- und Obstart ausbreiten können, und Schädlinge springen nicht einfach zur nächsten Kulturpflanze.
Auch hier bleibt das Gras bis zur Ernte der Beeren oder Früchte stehen, dann wird lediglich dort gemäht, wo geerntet wird. Das gefällt ganz besonders den Hummeln, welche sich in den letzten Jahren stark vermehrt haben. Erst spät im Herbst oder im Frühling darauf wird alles gemäht und dient dann als Wurmfutter und so zur Nährstoffversorgung der Sträucher und Bäume.
Hoftiere
Sehr wertvoll für mein Betrieb sind die zwei Grauvieh-Kühe mit Ihrem Nachwuchs. Sie versorgen uns mit von Hand gewonnener Milch und wertvollem Rindfleisch. Das Grauvieh ist eine kleine und leichte, Pro Specie Rara, Rasse. Nicht zu unterschätzen ist deren Mist, welcher von so wenig Rindvieh, nicht für eine intensive Düngung ausreicht. Also wird der Mist grösstenteils kompostiert und als Mineralstoff und leichter Nährstofflieferant mit Bedacht eingesetzt.
Die zwei Pferde sind wichtige Mitarbeiter bei der Feldarbeit. Die Pferde ermöglichen es mir einige Resourcen wie Diesel, Unterhalt- und Reparaturkosten von Maschinen zu sparen, denn ein Pferd lebt günstig vom eigenen Hoffutter. Zudem verbindet die Arbeit mit Pferden sehr mit dem Boden und der nahen Umgebung, man hört Vögel und Insekten, was ein Motor laut übertönt.
Bienen
Zur Zeit beherbergen wir 4 Bienenvölker von Ewald Steiner, der sehr bedacht ist, starke und gesunde Bienenvölker zu züchten (waldlicht.ch). Der hiesige Standort bietet, mit dieser Vielfalt an Blüten, von März mit den Weiden und Maibeeren bis in den Herbst mit Sonnenblumen und der Ackerbegleitflora, ein vielseitiges und reichhaltiges Futterangebot.
Die Bienen haben bei mir einen besonders wichtigen Stand. Die Befruchtung der Obstbäume und der Beerensträucher ist Ihre Hauptaufgabe.
Sehr wichtig zum Schutz der Bienen ist, dass Heu und Emd mit einem Messerbalken gemäht werden.
Mitarbeiter aus der Wildnis
Zu meinen Mitarbeitern aus der Wildnis gehören Pilze(Myzel), Mikroorganismen, Insekten, Würmer, Schnecken, Vögel, Frösche, Kröten, Molche, Echsen, Dachs, Fuchs, Hase, Marder, Wiesel, Maulwürfe und Mäuse.
Um ihnen ein Zuhause zu bieten, lasse ich einige Streifen Gras bis spät in den Herbst oder sogar über Winter stehen. Dieses sehr alte Gras wird gemäht, dann als Mulch für die Bodenbedeckung und als Futter für die Regenwürmer, von Hand auf die frisch angesähten oder abgeernteten Äcker verteilt.
Als Lebensräume dienen auch Holzhaufen, alte Bäume, Hecken, Tümpel, Sümpfe, Asthaufen und Zaunelemente aus Ästen. Solche Strukturen und Elemente sind für die Nützlinge natürlich vorhanden, oder ich habe sie gezielt errichtet. Für jede Vorliebe das passende Hotel.
Dass sich viele Mitarbeiter, wie z.B. Marienkäfer, Heuschrecken, Hummeln und einige andere, Jahr für Jahr deutlich vermehren, zeig mir, auf dem richtigen Weg zu sein.
Ernte
Das Ernten von Hand (Sichel, Sense), mit kleinem Motormäher (150kg) oder mit Bindemäher, macht die Ernte vom Wetter unabhängiger und bringt kaum Bodenbelastung.
Für das Dreschen betreibe ich eine moderne stationäre Dreschmaschine, mit der ich alle unsere Feldfrüchte schonend dreschen kann.
In meiner Arbeitsweise steckt viel Pionierarbeit, was immer mit Risiko verbunden ist. Die Anschaffung der Dreschmaschine war ein grosses Wagnis. Diese Investition war nur mit Privatdarlehen und Spenden möglich.
Meine Erfahrung zeigt, dass die stationäre Dreschmaschine in Bezug auf die Bodenqualität Zukunftscharakter hat und ich hoffe, dass sie mit den Jahren durch Lohndreschen bei anderen Kleinbauern zur Auslastung kommt.
Wenn Sie diese Pionierarbeit unterstützen wollen, nehme ich weiterhin gerne Spenden an für diese Dreschmaschine.
Bank Gantrisch Genossenschaft IBAN: CH58 0851 8044 3419 9714 6
Herzlichen Dank.
Mikroklima
Ich habe 160 junge Laubbäume in Alleen und einzeln gepflanzt, um Kleinstrukturen zu gestalten. Dies dient zur Beschattung, Wasserregulierung und den Wind zu brechen, damit ein fruchtbares, ausgeglichenes Mikroklima entsteht. Auch die Hecken und Kopfweiden dienen diesem Zweck. Es ist deutlich zu beobachten, dass im Windschatten die Kulturpflanzen besser gedeihen, denn der zügige Wind bläst die Wärme und Nährstoffe weg (v.a. der fürs Wachstum wichtige Stickstoff, den die Pflanze auch über die Blätter aufnehmen kann).










































